Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung – der Fiskus versüßt das bittere Heimweh

Die bisherige lästige Zweijahresfrist bei der doppelten Haushaltsführung ist mit dem Steueränderungsgesetz 2003 vom Gesetzgeber abgeschafft worden.

Das bedeutet, dass man - im Gegensatz zur alten Regelung - die doppelte Haushaltsführung steuerlich nicht nur noch maximal zwei Jahre lang geltend machen kann, sondern zeitlich unbegrenzt ansetzen kann. Die Suche nach praktikablen und bezahlbaren Alternativen hat zumindest vorübergehend ein Ende. Der Grund für die Änderung war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz von Ehe und Familie. Und das Schönste daran ist, dass rückwirkend ab 1996 diese Rechtsprechung auf alle noch offenen Steuerveranlagungen anzuwenden ist.

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Steuerpflichtige, die von Berufes wegen in einer anderen Stadt eine Zweitwohnung unterhalten müssen, können ihre Kosten für die doppelte Haushaltsführung steuerlich absetzen. Als Werbungskosten kommen neben den Fahrtkosten für die erste Fahrt zum beziehungsweise vom Arbeitsplatz auch die Fahrtkosten für die wöchentliche Heimfahrt zum Abzug. Dabei werden bei der Nutzung des eigenen Fahrzeuges die gleichen Regeln und Kilometersätze herangezogen, die auch für normale Fahrten zum Arbeitsplatz gelten. Bei einem Einsatz eines Dienstfahrzeuges gelten die dafür vorgesehenen Rechnungsgrößen. Natürlich sind alle Kosten der Unterkunft, die nachgewiesen werden können, oder für die eigene Zweitwohnung absetzbar. Selbst die Renovierung der doppelten Wohnung ist steuerlich absetzbar. Und auch die Aufwendungen für die Eigentumswohnung kommen in Betracht. Aber die Wohnung muss dem Mittelpunkt der Lebensinteressen des Steuerpflichtigen entsprechen. Wenn man allerdings keinen eigenen Hausstand hat, weil man z. B. bei den eigenen Eltern wohnt, kann man ab 2004 leider keine Kosten mehr geltend machen.

Verpflegungspauschbeträge – die auch für Dienstreisen gelten - und auch Telefonkosten, falls man am Wochenende doch nicht heimfahren kann, lassen sich ebenfalls im Rahmen der doppelten Haushaltsführung von der Steuer absetzen. Der anrechenbare Zeitraum für die Aufwendungen für Verpflegung beträgt allerdings nur drei Monate.

Eine Alternative zu der doppelten Haushaltsführung wäre das tägliche Pendeln zwischen Erstwohnung und Arbeitsplatz, bei den gestiegenen Benzinpreisen und der weiter zu erwartenden Entwicklung ist dies aber unter Umständen eine sehr teuere Möglichkeit, auch wenn sich das Finanzamt an den Kosten indirekt beteiligt. Von der Zeitproblematik ganz abgesehen.

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