Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank bekannt gegeben, den Leitzins zu senken. Besonders für Sparer ist diese Entscheidung nicht sehr erfreulich.
Zu Beginn des Jahres zeigte sich die Europäische Zentralbank (EZB) noch sehr zuversichtlich und stellte eine oder gar mehrere Erhöhungen des Leitzinses in Aussicht. Allerdings konnte man dieser Ankündigung nicht nachkommen. Spätestens im Herbst musste die Zentralbank endgültig umschwenken und an der Zinsschraube drehen. Der Leitzins wurde auf 1,25 Prozent gesenkt.
Die im Herbst vollzogene Zinssenkung scheint nicht genug gewesen zu sein. Am vergangenen Donnerst fand erneut eine Sitzung der Notenbanker statt. Dort hatte man die Entscheidung getroffen, den Leitzins für die Eurozone erneut zu senken. Der Zinssatz wurde auch dieses Mal um 0,25 Prozentpunkte gesenkt, sodass sich der Leitzins nun auf einem Stand von 1,0 Prozent befindet.
Weshalb der Leitzins gesenkt wurde
Die Köpfe der Europäischen Zentralbank begründeten ihre Entscheidung mit einem Verweis auf die Liquiditätsprobleme der europäischen Banken. Viele Banken müssten ihre Kapitalbasis ausweiten, sodass man beschlossen hat, die hiermit verbundenen Kosten zu senken. Mit der Senkung des Leitzinses soll mehr Liquidität in den Markt gebracht werden, was letztlich eine Entlastung der Banken bedeutet.
Allerdings befinden sich viele Banken nur noch bedingt in der Lage, Gelder bei der EZB abzurufen. Aus diesem Grund wurden außerdem die Rahmenbedingungen gelockert. Die so genannte Geldreserve, welche die einzelnen Banken bei der EZB zu hinterlegen haben, wurde gesenkt. Der Wert wurde halbiert, was für die Banken eine maßgeblich leichtere Kapitalaufnahme bedeutet.
Was die Zinssenkung für Privatpersonen bedeutet
Viele Bürger interessieren sich nicht für die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank. Dabei sind sie von der Senkung des Leitzinses unmittelbar betroffen. Dies gilt zumindest für diejenigen, die in absehbarer Zeit einen Kredit aufnehmen möchten. Ganz egal ob Konsumentenkredit oder Baufinanzierung: Eine Senkung des EZB Leitzinses wirkt sich positiv auf die Zinssätze der Banken aus. Potentielle Kreditnehmer können mit attraktiven Zinssätzen rechnen.
Deutlich weniger Grund zur Freude haben die Anleger und Sparer. Der schon seit mehreren Jahren sehr niedrige Leitzins führt letztlich dazu, dass sich mit Sparkonten kaum noch akzeptable Renditen erzielen lassen. Die Zinsen für Tagesgeld- und Festgeldanlagen befinden sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Senkung des Leitzinses könnte schon bald zur Folge haben, dass die Zinssätze im Anlagebereich noch weiter fallen.