Italienische Staatsanleihen üben auf viele Privatanleger einen großen Reiz aus. Doch das Risiko ist groß, wie griechische Anleihen sehr schön belegen.
Sparer haben bereits seit Jahren nicht mehr viel zu lachen. Seit dem Eintritt der globalen Finanzkrise sind die Zinssätze nämlich in den Keller gerauscht. Spareinlagen, die sich auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten befinden, werden seither nur noch sehr schwach verzinst. Teilweise sind die Zinssätze sogar so niedrig, dass die Rendite vollständig von der Inflation aufgefressen wird.
Wenn derartige Bedingungen vorherrschen, ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Sparer auf die Suche nach alternativen Anlageformen begeben. Allerdings ist das Spektrum an Möglichkeiten gar nicht so groß – zumindest dann nicht, wenn möglichst sichere Finanzprodukte gesucht werden. Deshalb trauen sich die meisten Sparer auch nicht weiter als bis an Staatsanleihen und Unternehmensanleihen heran.
Das Interesse an italienischen Staatsanleihen ist groß
Besonders italienische Staatsanleihen haben es derzeit vielen Sparern angetan. Der Grund ist vergleichsweise simpel: Aufgrund der Finanzprobleme Italiens sind die Kurse der Staatsanleihen deutlich gefallen. Für Anleger bedeutet dies, nun günstig einsteigen zu können. Die meisten Papiere notieren deutlich unterhalb des so genannten Nominalwerts. Hierbei handelt es sich um den Wert, zu welchem die Anleihen am Ende ihrer jeweiligen Laufzeit zurückgezahlt werden. Anleihebesitzer können somit nicht nur die Anleihezinsen, sondern auch später einen zusätzlichen Kursgewinn einstreichen.
Allerdings sind sich viele Interessenten nicht der Risiken bewusst, welche der Erwerb entsprechender Anleihen mit sich bringt. Staatsanleihen galten zwar bis vor kurzem noch als sicher, doch mittlerweile hat sich die Meinung zahlreicher Experten geändert. Mittlerweile gibt es sogar Anlegeexperten, die Unternehmensanleihen für sicherer halten.
Wo die Risiken beim Kauf der Italien-Anleihen liegen
Privatanleger, die sich für italienische Staatsanleihen interessieren, sollten aber nicht überstürzt handeln. Der Erwerb derartige Papiere birgt nämlich auch Risiken. Die Risiken bestehen im Wesentlichen darin, dass sich Italien nicht in der Lage befindet, die Anleihezinsen zu entrichten. Noch schlimmer wäre jedoch die Zahlungsunfähigkeit, sodass die Anleihen nicht mehr oder nicht mehr vollständig zurückgezahlt werden.
Wer einen solchen Ausfall nicht für möglich hält, sollte nur einmal nach Griechenland blicken. Es gilt als immer wahrscheinlicher, dass Griechenland seine Staatsschulden nicht bedienen kann und womöglich sogar aus der Währungsunion austritt. Zahlreiche Sparer, die vor mehr als einem Jahr meinten, bei griechischen Anleihen günstig zugeschlagen zu haben, bangen bereits um ihr Geld.